Anmeldung

Herausgeber

LS-Medien.de
Michael Schielke
Lehmhausstrasse 29
32429 Minden
phone 0571 3986012

 


Geschichte

Die folgenden Seiten befinden sich im Aufbau und beschäftigen sich mit der Bölhorster Geschichte. Sollten Leser Dokumente oder Fotos zu den Bereichen, “Bölhorster Ziegeleien”, “Bergbau Bölhorst”, “Bölhorst vor und während des 3. Reiches” haben, wären wir dankbar, wenn Sie uns zur Verfügung stellen würden. Auch alle anderen Infos zum Thema "Geschichte" rund um die Bölhorst sind willkommen. Wir würden nach Absprache, dann Kopien machen. Wenden Sie sich bitte über das Kontaktformular an uns.

 


An der Ecke Mindener Strasse / Postillionweg liegt das Grundstück der Familie Köhring. Auf deren Grundstück steht ein uralter verwitterter Stein. Dieser Stein stammt aus einer Zeit, als noch dichte Wälder bis vor die Tore von Minden reichten. Nach Erzählungen haben sich an jener Stelle drei vornehme Jungfrauen vor Jahrhunderten dort verirrt. Als sie jedoch den Klang der Glocken von der St. Martini Kirche in Minden hörten, wußte sie in welcher Richtung Ihr Zuhause lag. Aus Dankbarkeit den Weg zurück gefunden zu haben, spendeten die 3 Damen ihr Vermögen der Kirchen. Jedoch war eine Bedingung dabei. Jeden Abend um 22.00 Uhr müssen die Glocken der Martinikirche läuten. 

 

Ziegeleien auf der Bölhorst

Durch die günstigen Bodenverhältnisse rund um Minden entstanden in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts zahlreiche Ziegeleien. Im Amt Dützen in den Gemeinden Bölhorst, Häverstädt und Dützen.

Durch die zahlreichen Freiheitskriege wurde der Bedarf an Ziegel zum Bau von Garnisonen in Minden deutlich mehr.

Die erste Ziegelei entstanden um 1830 auf der Bölhorst unterhalb des „Hucken“. Siehe Abbildung 1

Es handelte sich dabei um eine Feldbrandziegelei.

Abbildung 1

Jahre später in Mitte des 19. Jahrhunderts brach eine regelrechte „Gründerwelle“ in den Dörfern Bölhorst, Häverstädt und Dützen aus.
Im Jahre 1872 gab es im Amt Dützen 32 Ziegeleien. Dies geht aus einer Aufstellung der Mindener Handelskammer hervor. Es waren fast ausschließlich Kleinbetriebe und pro Ziegelei wurden durchschnittlich fünf Arbeitskräfte beschäftigt.
Das Amt Dützen produzierte im Jahr 1872 9,16 Mio. Mauerziegeln. Zwei Jahre zuvor soll das Ergebnis bei 20 Mio. Ziegeln gelegen haben. Eine fast unglaubliche Zahl, wenn man sich die Arbeitsverhältnisse dieser Jahre vor Auge hält. Grund dieses Ergebnisses war, dass die Ziegeleien in Wesernähe, durch eine lang anhaltende Überschwemmung, nicht betrieben werden konnten. Dies hatte Zufolge, das in den Ziegeleien im Amt Dützen jetzt rund um die Uhr gearbeitet werden musste, um so die Nachfrage abzudecken.

Doch Ende der 70´er Jahre kam eine Wirtschaftsflaute und die Anzahl der Ziegeleien im Amt ging auf 20 zurück.

Erst zur Jahrhundertwende ging die Zahl der Betriebe wieder hoch auf 30.

Eine Aufstellung der Ziegeleibetrieb im Jahr 1900. Tabelle 1 

Tabelle 1

Bölhorst Fricke, Homann, Moser, Roterberg, Dallmeier, Saßenberg, Lücking & Schrader, Fuß

Häverstädt

Lübking & Henke, Mertens, Obermeyer, Thielke, Marpe & Steinbrink, Bierbaum & Schäfer, Rürup, Rathert. Dazu die Ziegelei des Mindener Bauunternehmens Schmidt & Lange
Dützen Bickmeier, Lohmeier & Matthies, Arnsmeier, Luhmann, Huck, Sensmeier, Kelle.

In der „Hochkonjunktur“ der Brennereien rund um die Bölhorst waren acht Betriebe gemeldet. Das nur wenigen Beschäftigte bei den Feldbrandbauer gemeldet waren, liegt daran, das diese Hilfskräfte, wahrscheinlich auch in der Landwirtschaft tätig waren. Im Jahre 1872 waren durchschnittlich 5 Mitarbeiter gemeldet, jedoch in der „Hochzeit“ nur 3 Hilfskräfte. Es handelte sich sehr oft um Saisonkräfte.

Da die Feldbrandmeiler dicht beieinander standen, war bei „Vollproduktion“ die ganze Gegend durch den Rauch vernebelt.

 


 

Bölhorst verlor den „Schwarzen Hucken"

Kleines Dorf ohne Bauern

Bergbau und Ziegeleien gaben dem Arbeiterdorf den Charakter

Der Bölhorster, der aus der Fremde in sein Heimatdorf zurückkehrt, mag sich die Augen reiben: Der „Schwarze Hucken" ist fort, die Wunde aber noch nicht vernarbt, denn der Mutterboden, frisch aufgetragen, ist kahl und noch ohne das geringste Spierchen Gras.

Der schwarze Hucken

Tage um Tage pendelten die Lastzüge hin und her, um die Halden, die Wahrzeichen des einstigen Kohlenbergbaues, zur Porta abzufahren, wo sie für den Flutdamm der neuen Weserbrücke verwendet wurden. Der große Moräne-Hügel, den die Häuschen von Bölhorst bedecken, gleicht seit ein paar hundert Jahren einem Maulwurfshaufen. Im Innern wird er durchzogen von Stollen und Strebs. Nur bisweilen, wenn man beim Brunnenbau auf Grubenholz stößt oder wenn sich in alten Mauern Risse zeigen, werden die Bölhorster noch an das Werk ihrer Väter und Vorväter erinnert.

Quelle : wahrscheinlich Mindener Tageblatt

 


Keine Bauern - kein Grundbesitz

Ein Bauernhof von 136 Morgen könnte sämtliche Anwesen der Bölhorster bequem aufnehmen, denn nicht größer ist die Feldmark dieses flächenmäßig kleinsten Dorfes im Kreise Minden. Man findet in dieser Gemeinde nicht einen einzigen Bauern, mag man die Lehmhaus- oder die Mühlenstraße1 entlanggehen, sich auf der Schulstraße1oder auf dem Bülten umsehen. Die Pferde aber, die hier in den Ställen stehen, sind an den Fingern einer Hand zu zählen.

Der 80-jährige Invalide Heinrich Homann, ein alter Bölhorster, ist stolz darauf, unter den Familienpapieren ein „Minden-Lübbecker Kreisblatt" aus dem Jahre 1856 zu besitzen. In jenem Jahre zeigte die Bölhorst ein anderes Gesicht als heute, und es gab noch einzelne Heideflächen in dem kleinen Dorfe, die an den Ursprung seines Namens erinnerten.
Bölhorst ist nach der Flurnamenforschung als „Waldhügel" zu deuten, aber die Phantasie des Volkes ist lebendiger als das klare Wissen, und so erzählen die Alten noch hin und wieder gern von den Rittern von Böl und von Horst, die auf diesem Hügel ihren Besitz gehabt haben sollen, und als man bei „Brauers Haus" und anderen Grundstücken dicke Mauerreste fand, war man geneigt, sie auf die Zeit jener Ritter zurückzuführen.
 

Das Dorf, dessen Alter die Chronik nicht verrät, begann mit dem Bergbau in seine Geschichte zu treten, und die ersten Kohlen sollen schon im 30 jährigen Kriege gefunden worden sein, als schwedische Soldaten im Südteil des Hügels schanzten.

 

Die ersten fünf Familien

Ein Vorfahre von Opa Homann kam zurzeit Friedrich des Großen gemeinsam mit anderen Bergleuten aus dem Harz zur Bölhorster Grube. Damals geschah der Abbau schon seit langem planmäßig. Fünf Familien waren die ersten “Harzer Zugewanderten”: die Amanns, die Homanns, die Kollmeiers, die Blankenhans und die Geldmachers, von denen einige Namen noch heute vertreten sind.

Diese Bergleute bauten sich damals kleine Lehmhäuser, von denen heute noch einige an der Lehmhausstraße stehen. Es sind die ältesten Häuser des kleinen Dorfes, und es gibt heute in Bölhorst nicht viele Bauten, die älter sind als 100 Jahre. Die Lehmhäuser der Bergleute, die inzwischen mehrfach neu „frisiert" wurden, sind nach Entfernung der Halden mit ihrer merkwürdigen Bauweise heute fast die einzigen Zeugen aus der Zeit des Bergbaues.

1 Schulstrasse heißt heute Dorfeiche. Mühlenstrasse ist der Klinkerweg

Weitere Informationen folgen........


 

Bölhorst und die Steinkohle

Die Schweden entdeckten die Kohle

Die Steinkohlevorkommen der Bölhorst wurden erstmals im 30jährigen Krieg durch die Schweden entdeckt. Sie stießen auf die Kohle, als sie Erdlöcher ausgruben um sich zu verschanzen. In der ersten Jahren wurde die Kohle praktisch übererdig abgebaut.

Die Schweden hatten das damalige Stift Minden und dessen Umgebung besetzt. Aufgrund des Krieges und politischer Wirren dieser Zeit wurde dem Kohl Abbau jedoch keine Bedeutung geschenkt.

Erst 20 Jahre später, als der Kurfürst von Brandenburg, Friedrich Wilhelm, das Fürstentum Minden nach den Verhandlungen zum westfälischen Frieden zugesprochen bekam, wurde durch ihn der Kohleabbau aufgenommen. Er wollte die heimische Kohle nutzen und nur diese. Das erkennt man an, dass er fremde Kohle mit einem Strafzoll belegte. Jedoch baute man die Kohle nur von oben ab, dass die Arbeit der nachfolgenden Bergleute sehr erschwerte.

Schacht Bölhorst

Quelle : Röhrs, 1992