Anmeldung

Herausgeber

LS-Medien.de
Michael Schielke
Lehmhausstrasse 29
32429 Minden
phone 0571 3986012

 


Unser Stadtteil

Der Ort Bölhorst wurde das erste Mal 1394 urkundlich erwähnt. Anfang der siebziger Jahre wurde aus dem Dorf Bölhorst ein Stadtteil von Minden. Bölhorst hatte sogar eine eigene Schule. Diese wurde Mitte der 60´er Jahre geschlossen. Leider wurde auch das Schulgebäude im Jahre 2001 abgerissen und musste einem Geldinstitut weichen.Restaurant "zum Hucken"
Auch einen eigenen Sportplatz hatte Bölhorst. Dieser war kurz vor der Gebietsreform geschlossen und bebaut worden. Einen richtigen Dorfplatz, den hatte der Stadtteil nie. Für das einmal im Jahr stattfindende Volksfest wird bis jetzt noch der große Kinderspielplatz oben auf der Bölhorst benutzt.
Am 31.12.2004 hatte der Stadtteil 1083 Einwohner. Damit ist Bölhorst von den Einwohnerzahlen der zweit kleinste Ortsteil in Minden. Flächenmäßig ist Bölhorst mit 0,40 km2 der kleinste Stadtteil im Kreis Minden-Lübbecke. 

Der Name Bölhorst ist nach der Flurnamendeutung als „Waldhügel“ zu deuten. Für die Bölhorster jedoch war dies zu einfach. Die Geschichte von den Rittern von Böl und von Horst, die auf diesem Hügel Ihren Besitz gehabt haben sollen, spornten die Phantasien an. Man fand tatsächlich bei Bauarbeiten dicke Mauerreste, die wurden dann gleich auf die Zeit der Ritter geschätzt.

Wahrscheinlicher ist das der Name Bölhorst, von der Bezeichnung Belhorst stammt. Durch seine geografische Lage war es wahrscheinlich ein Aussichtspunkt (Horst ist abgeleitet aus dem alt- und mittelhochdeutschen Wort hurst mit der ursprünglichen Bedeutung „Strauchwerk“, „bewaldeter Hang“, „Anhöhe“, „Waldweide“), um Minden vor Angreifern zu warnen (bellen). 

Zurzeit vom Friedrich des Großen kamen fünf Bergbaufamilien aus dem Harz zur Bölhorst. Die fünf Familien waren: die Amanns, die Homanns, die Kollmeiers, die Blankenhans und die Geldmachers, von denen einige Namen noch heute vertreten sind. Diese Bergleute, die aus Sachsen und dem Harz zugewandert waren, bauten sich damals kleine Lehmhäuser, von denen heute noch welche an der Lehmhausstrasse stehen. Die Lehmhäuser sind mit ihrer merkwürdigen Bauweise heute fast die einzigen Zeugen aus der Zeit des Bergbaues und die ältesten Häuser des Stadtteils.Bölhorst klein aber oho

Bölhorst ist unterirdisch durchzogen von Stollen und Strebs. Wenn man beim Brunnenbau auf Grubenholz stößt oder wenn sich in alten Mauern Risse zeigen, werden die Bölhorster an das Werk Ihrer Vorväter erinnert.

Die ersten Kohlen sollen übrigens schon im 30jährigen Krieg (1618-1684) gefunden wurden sein, als schwedische Soldaten im Südteil des Hügels schanzten.

In Minden und Umgebung wird häufig der Ortsteil Bölhorst, auch „schwarzer Hucken“ genannt. Das liegt nicht an dem gleichnamigen Restaurant „Zum Hucken“, sondern an einem großen Abraumhügel. Diese Reste des einstigen Kohlenbergbau, der Abraum, wurden einfach auf ein Feld vor der Bölhorst aufgeschüttet. Die Halde, „schwarzer Hucken“ (Hucken=Hügel) genannt, wurde 1952/53 abgetragen, weil man ihn beim Flutdamm für die Portabrücke verwendete.

Die alte Dorfglocke wurde 1942 zur Waffenherstellung eingeschmolzen. Die Inschrift der alte Glocke lautet: „Glückauf der gantzen Bölhorster Knappschaft! Fahr´ an, Bergmann!
S.G.I.R.N.M.B.F. Friedrich Rinckert aus Osnabrück goss mich 1775.“

Zum Erntedankfest 1950 erhielt die Bölhorst eine neue Glocke mit der Inschrift „Wenn ich ertöne, gedenkt Eurer Söhne die Blut und Leben für Euch gegeben. Neugestiftet von der Gemeinde Bölhorst 1950.“

Auf dem unterer Rand steht: (zur Erinnerung) „Glückauf der gantzen Bölhorster Knappschaft! Fahr´ an, Bergmann!“